Über mich

Die Zucht der Altum-Skalare, (m)ein Hobby aus Leidenschaft

Leidenschaftlich muss man schon sein, um dieses Hobby einigermaßen erfolgreich zu betreiben. Und eine gute Portion Verrücktheit gehört dazu, andere Altum-Freaks wissen, was ich meine. Aber, was hilft es, wenn einen der Virus gepackt hat, gibt es erst mal kein zurück.

 

Wie es sich gehört bei einer Homepage, erzähle ich einige Dinge und Begebenheiten, die mich zum Altum-Liebhaber gemacht haben.

Schon als Kind konnte ich ein paar Skalare im Aquarium meines Vaters bewundern. Fernseher kamen gerade erst in Mode und wenn man einen hatte, war das Programm langweilig und außerdem in schwarz-weiß.

Zumindest in den Schulferien saß ich nicht selten nächtelang vor dem Becken und stellte mir vor, ich schwämme selbst darin (was mich einige Jahre später zum begeisterten Taucher werden ließ...). Seewasserbecken allerdings lehnte ich immer ab, weil ich die Realität in den tropischen Meeren kannte und diese, wie ich finde, in keinem Aquarium wirklich zu spiegeln ist.

 

Heute träume ich tatsächlich davon, mir in einem der Zuflüsse des Orinocos tauchenderweise die Altums selbst zu fangen. Aber was hat man schon davon, wenn man sie dann nicht mitnehmen kann... Somit bleibt mir „nur“ die Zucht dieser wunderschönen Tiere.

 

Mein Hobby fand erst mal ein Ende, als ich im noch jugendlichen Alter meine Leidenschaft für die Musik entwickelte, ein Hobby, welches ich einige Jahre professionell betrieb und dem ich noch heute, aber eben etwas gemächlicher, nachgehe. Auf vielen und großen Bühnen Europas durfte ich sogar mit den Idolen aus meiner Anfangszeit als Gitarrist gemeinsame Konzerte spielen (Luisiana Red, CCR, Ten Years After oder Pur). 10 veröffentlichte CD`s bzw LP`s und einen Nr. 1 Hit in 1992 waren eben nur möglich, weil man ein wenig verrückt und leidenschaftlich war...

Doch die Aquaristik holte mich immer wieder ein, immer dann, wenn „Sesshaftigkeit“ zu vermuten war. Vor allem, als meine Familie klar in den Mittelpunkt rückte.

 

Mit der Geburt meiner Tochter musste wieder ein Becken her. 300 Liter, selbst geklebt mit einem Schrank drum herum. Ziemlich klobig und eben handgemacht wurde es Heimat von ein paar Diskusfischen und was noch so dazu gehörte. Die Tiere wurden allerdings krank und ich verlor einen nach dem anderen, sodass der Spaß daran nach einigen Jahren gänzlich verflogen war.

 

Nach der Renovierung das Wohnzimmers fing ich wieder an, diesmal war es ein 700 L-Becken mit 70 er Höhe. Da ich mit Diskus kein Glück hatte, kamen erst mal einige Skalare und etliche Welse ins Becken. Alles war gut, pflegeleicht, die Tiere waren fit, bis eines Tages ein Tier nach dem anderen verendete. Zum Schluss waren es nur noch 2 Sturisoma, als ich den Grund hierfür bemerkte: hinter der Reliefwand im Becken hatte sich ein großer Antennenwels verklemmt, war regelrecht dort verschimmelt und hatte das Wasser vergiftet.

 

Auch noch gesundheitlich angeschlagen hatte ich die Nase voll und wollte nur noch eins: aufhören!

 

Wäre da nicht ein guter Freund aus dem Dorf gewesen, der mir von irgendwelchen Orinoco-Skalaren erzählte, die man nur sehr schwer bekäme und die eigentlich nicht nachzuziehen wären...

So kam ich in Kontakt mit Simon Forkel, damals einer der Wenigen, die Pt. Altum erfolgreich nachziehen konnten, und erstand 8 seiner Jungtiere, später noch mal 20 Exemplare, die ich u.a. für 2 Aquarienfreunde in meiner Anlage groß zog.

 

Nicht alles lief glatt, die ersten 8 verlor ich nach gut einem Jahr aus unerfindlichen Gründen. In der zweiten Gruppe allerdings fand sich ein Pärchen, dass im Oktober 2011 zum ersten mal ablaichte. Ich war einfach von den Socken, zumal es „zufällig“ geschah und ich das schon fertige Gelege vorfand. Da ich nicht auf die elternlose Aufzucht vorbereitet war, blieb das Gelege im Becken und wurde am nächsten Tag gefressen. Aber immerhin, sie hatten schon mal abgelaicht und ich war zuversichtlich, dass es wieder klappen würde.

 

4 Wochen darauf war es wieder soweit. Ich nahm das Gelege aus dem Becken in ein vorbereitetes Aufzuchtbecken. Und tatsächlich, mit ein paar Tipps von Simon und vielen Recherchen im Internet (sofern überhaupt was zu finden war) zog ich etwa 80 Jungtiere auf. Einen Teil davon (wollte mich gar nicht von ihnen trennen) gab ich ab an besagte Altum-Freaks.

Da ich immer mit meinen eigenen Nachzuchten weiter züchte (allerdings mit Einkreuzungen von Wildfangtieren aus dem Inirida-Fluss) kann ich sagen, dass sich die Tiere sehr gut auf die Verhältnisse in meiner Anlage eingestellt haben. Darin sehe ich einen entscheidenden Vorteil für dauerhafte Zuchterfolge.

 

Ich züchte in erster Linie die sogenannte Sigrist-Linie, deren Ursprung im Inirida zu finden ist, einem Zufluss zum Orinoco im südamerikanischen Venezuela.

 

Meine Wildfangtiere stammen wie erwähnt aus dem Inirida, einige andere aus dem Atabapo, einem weiteren Orinoco-Zufluss. Eines der Tiere ist auf meiner Startseite zu sehen, Atabapos haben einen deutlich höheren Rotanteil in der Kopfregion und in der Rückenflosse. Ein generelles Merkmal der Wildfangtiere ist der starke Nasenknick.

 

Die Sigrist-Linie ist, vor allem im Verlauf der Zuchtlinie (F1 und mehr) deutlich filigraner, der Körper ist im Vergleich zu Wildfängen nicht so bullig, die Flossenfilamente sind in der Regel länger. Insgesamt wirken die Tiere „majestätischer“ mit roten und blauen Anteilen in der Stirn- bzw. Rückenpartie. Letztendlich ist es aber auch Geschmackssache, zu welcher (Zucht)form Mann/Frau tendiert.

 

Die sogenannte Linke-Linie findet ihren Ursprung im Hauptfluss Orinoco. Sie ist im Vergleich zu den Sigristtieren deutlich bulliger mit etwas größerem Körper und in der Regel kürzeren Flossenfilamenten. Nicht selten findet man im mittleren Streifen der Tiere eine Einschnürung, die diesen zum Teil gänzlich unterbricht. Aber auch das ist Sache des Geschmackes, ich persönlich bevorzuge durchgezogene Streifen mit den besagten langen Flossenfilamenten.

 

Kompliziert ist die Haltung der Tiere nicht, sie schwimmen im Leitungswasser bei ca. 28°C, ph um 7 und einer Gesamthärte von 7 bis 10 dHg.

 

Rechtzeitig an das Futter gewöhnt fressen sie neben Frostfutter (Artemia, weiße Mückenlarven, Krill) genauso gerne Flockenfutter. Ich halte das für wichtig und gewöhne meine Jungtiere früh daran, weil dieses Futter alles enthält, was die Tiere benötigen und es so nicht zu Mangelerscheinungen kommen kann.