WASSER:

 

Ab dem 3. Monat schwimmen die Tiere im Leitungswasser, welches nicht aufbereitet wird.

Wasserwerte (lt. Angaben des Wasserversorgers):

Ph 7,5

Härte gesamt 7 dHg (KH 3-4)

Leitwert 250 ms

Temperatur: ca. 28°C

 

Ich verwende in allen Becken Torfgranulat, um wichtige Huminsäuren und Mikronährstoffe zur Verfügung zu stellen. Torf hat auch die Eigenschaft, den Leitwert leicht zu senken, im etwas angedunkelten Wasser fühlen sich vor allem die Wildfangtiere deutlich wohler.

 

FUTTER:

 

Bei frisch geschlüpften Larven funktionieren nur die frisch geschlüpften Artemia-Nauplien. Nach etwa 4 Wochen ergänze ich den Speiseplan mit Frost-Artemia (deutsche Ware), ab der 6. Woche bereits zerriebenes Flockenfutter. Letzters wird nicht so gerne genommen, das ändert sich aber spätestens ab dem 3. Monat.

 

Halbwüchsige und erwachsene Tiere bekommen zu ca. 50% Flockenfutter und Diskus-Gran, ansonsten besagte Artemia, Krill, weiße Mücke und Mysis. Hin und wieder Spinat und getrocknete Mülas und Shrimps.

 

ZUCHT:

 

Ein besonderes Thema, an dem sich die Geister scheiden. Es gibt einige wichtige Dinge zu beachten, allerdings KEIN PATENTREZEPT. Letztendlich muss man sich dem Optimum durch Beobachtung der Paare und ein wenig Experimentierfreudigkeit nähern. Einige Fakten, die man in jedem Fall beachten sollte:

Der Leitwert sollte um die 150 ms liegen, das erreicht man mit einer Vollentsalzung bzw. einer Osmoseanlage. Auch Torf hilft bei der Aufbereitung. Der Ph-Wert muss im Bereich zwischen Ph 5 und 6 liegen.

 

Ich habe mich bisher immer für die elternlose Aufzucht entschieden, weil das Gelege, lässt man es im Elternbecken, nach spätestens 24 Stunden aufgefressen ist. Ein separates Aufzuchtbecken mit den besagten Wasserwerten ist notwendig, damit die Larven, je nach Temperatur, nach 50 bis 60 Stunden schlüpfen. Genau eine Woche nach Eiablage schwimmen die Larven frei und müssen fortan mit Artemia-Nauplien gefüttert werden.

Das größte Problem aus meiner Sicht ist das Weiß werden des Geleges. Selbst bei scheinbar optimalen Bedingungen kann ein komplettes Gelege innerhalb von 48 Stunden verpilzt sein und man steht ratlos vor der "Bescherung". Die Ursache hierfür kann in der schlechten Befruchtung durch das Männchen liegen, allerdings auch in einer zu großen Keimbelastung des Zuchtwassers.

 

AQUARIEN:

 

Bekanntermaßen wählt man ein hohes Becken, damit die Tiere mit bis zu 40 cm Spannweite entsprechend zur Geltung kommen. 60 cm ist da Minimum.

In der Aufzucht stehen mir z.T. nur 50 cm hohe Becken zur Verfügung, welche allerdings dem Wachstum aus meiner Erfahrung keinen Abbruch tun. Ich habe eine Gruppe von 20 Tieren in einem solchen Becken mit 250 L nach 12 Monaten zu knapp 30 cm Spannweite verholfen. Selbstredend ist da natürlich ein häufiger Wasserwechsel von 50% ein bis zweimal pro Woche!

Meine Filter sind ausschließlich Mattenfilter (Innenfilter). Auch hier muss man durch regelmäßige WW die Qualität des Wassers gewährleisten.

Ich betreibe meine Anlage ausschliesslich mit Luft, was die Energiekosten reduziert. Meine Beleuchtung habe ich komplett auf LED`s umgestellt.

 

MEINE TIERE: 

 

Ich bin stolzer "Papa" (das sagen meine Kinder) von 8 ausgewachsenen Inirida und der gleichen Anzahl von Atabapo-Wildfängen. Und natürlich die Sigristtiere, die ursprünglich aus der Zucht von Simon Forkel und einem anderen Züchter, der, soweit mir bekannt ist, bereits verstorben ist, stammen. Beide Linien habe ich miteinander gekreuzt und mir somit einen eigenen Stamm aufgebaut. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es viel schwieriger ist, mit zugekauften erwachsenen Altum zu züchten als mit den Tieren, die von Schlupf an in meiner Anlage schwimmen.

In 2014 ist es mir gelungen, ein Inirida-Weibchen mit einem Sigrist Männchen zu verpaaren, also eine neue F1-Linie zu schaffen. Da die Sigristtiere ihren Ursprung im Rio Inirida haben, ist dies eine sogenannte Rückkreuzung, die eine Stabilisierung der Gene unterstützt.

Im kommenden Jahr, wenn die Tiere mit 18 Monaten geschlechtsreif sind, möchte ich mit dieser Linie weiter züchten.

Noch nicht gelungen ist mir die Zucht der Atabapo-Tiere. Aber man muss ja auch immer Ziele haben...